Dieses Ritual kann man für Probleme und Fragen
anwenden, zu denen man bislang keine Lösung
gefunden hat und deshalb die allwissende Natur
zu Rate ziehen möchte. Zunächst wandert man
durch eine unberührte und verlassene Gegend, bis
man sich wirklich entspannt und gelöst fühlt und
die Göttlichkeit der Natur spürt. Prinzipiell
sind dafür sämtliche Naturlandschaften geeignet,
ich persönlich bevorzuge unberührte Wälder.
Wenn man nun im entspannten Zustand durch die
Gegend wandert, hält man aufmerksam Ausschau,
bis man am Boden einen zwei bis drei faustgroßen
Stein liegen sieht, der einem aufgrund seiner
Form oder Farbe ins Auge springt, oder sonstwie
die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Man hebt
diesen Stein auf und geht mit ihm an eine
Stelle, wo man sich besonders wohl fühlt und
sich bequem auf den Boden setzen kann. Im
Idealfall handelt es sich bei dieser Stelle um
einen Kraftplatz, allerdings ist dies keine
zwingende Vorraussetzung. Es ist jeder Platz in
der Natur geeignet, wo man sich wohlfühlt und
bequem eine zeitlang sitzen kann.
Sobald man sich an diesen Platz gesetzt hat,
legt man den Stein vor sich auf den Boden und
denkt über die Frage, oder das zu lösende
Problem nach. Während man dies tut, schaut man
sich aufmerksam die Oberfläche des Steines an,
bis man mit etwas Fantasie beginnt, darauf
Lebewesen zu erkennen. Das Erkennen von
Menschen, Tieren, Pflanzen, Gesichtern, etc. auf
dem Stein ist in etwa damit zu vergleichen, in
Wolken bestimmte Dinge erkennen zu wollen. An
dieser Stelle hilft es beim Steinorakel, sich an
seine Kindheit zu erinnern, wo es einem
selbstverständlich erschien, in bestimmten
Dingen Abbilder der Realität zu sehen. Bis man
die genannten Lebewesen und Dinge auf der
Oberfläche des Steines erkennt, kann es einige
Minuten dauern und es ist erforderlich mit dem
Stein und sich selbst geduldig zu sein.
Sobald man die eben noch undeutlich
erscheinenden Dinge ganz klar und deutlich auf
dem Stein erkennt, überlegt man, was einem die
erkannten Dinge über das Problem oder die Frage
sagen möchten, bzw. in welchen Zusammenhang sie
dazu stehen können. Hat man die Antwort hierzu
gefunden, so prägt man sich diese Gedanken fest
ein und dreht den Stein auf seine andere Seite.
Hier wiederholt man den Vorgang des Erkennens
und Nachdenkens über die Strukturen des Steines
und prägt sich das Ergebnis abermals fest ein.
Dies sollte man mit mindestens zwei Seiten des
Steines machen, mehrere sind je nach Größe des
Steines auch möglich.
Im Anschluß daran ist zu überlegen, wie die
Erkenntnisse aus den einzelnen Seiten des
Steines sinnvoll zu einer Botschaft oder Antwort
auf das ursprüngliche Problem, oder die
ursprüngliche Frage zusammengefügt werden
können. In den allermeisten Fällen wird sich die
Lösung des Problems durch das Steinorakel
einstellen. Sobald dies geschehen ist, legt man
den Stein voller Dankbarkeit und Respekt vor dem
Wissen der Natur an genau die Stelle zurück, wo
man ihn zuvor entnommen hat.
Für Asatruar und andere naturgläubige Menschen
ist die komplette Natur belebt, auch die
scheinbar unbelebten Dinge wie Steine, Wasser,
Luft, Feuer, etc. Was man beim Steinorakel
erfährt, ist demnach das verborgene Wissen der
Natur und das Ritual der Weg dazu, an dieses
Wissen zu gelangen.


, Luscinia, für dieses schöne Ritual!! 





